mit Prof. Poppinga
Freitag, 15 April 2011 · 20:00 - 22:00 Uhr
Die Vorschläge des Agrarkommissars Ciolos zur Reform der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) liegen vor und werden intensiv diskutiert, und zwar, im Gegensatz zu früheren Reformen, unter starker Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen. Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), des Bundesverbandes deutscher Milchviehhalter (BDM) und des Deutschen Gewerkschaftsbundes der Region Ostfriesland-Nördliches Emsland (DGB) wird der kritische Agrarwissenschaftler Prof. Onno Poppinga diese Vorschläge bewerten und kommentieren.
Dabei legt Prof. Poppinga den Schwerpunkt auf eine Koppelung der Direktzahlungen an den Arbeitskräftebesatz eines Betriebes. Die bisherige Förderungspraxis nach dem „Gießkannenprinzip“ bevorteilt flächenstarke Agrarbetriebe mit geringem Arbeitsbedarf. Die häufig kleineren, arbeitsintensiven Betriebe mit Viehhaltung haben Nachteile. Die Koppelung der Zahlungsansprüche an die Arbeitskosten könnte diese Nachteile ausgleichen und Anreize für mehr Beschäftigung im ländlichen Raum schaffen. Prof. Poppingas „Kasseler Institut für ländliche Entwicklung“ ist an einem europaweiten Forschungsprojekt zu dieser Thematik beteiligt. Weitere Kooperationspartner sind der europäische Dachverband der Agrargewerkschaften, auf deutscher Seite speziell der DGB und das ihr nahestehende PECO-Institut für nachhaltige Regionalentwicklung in Europa und Agrargewerkschaften aus drei weiteren EU-Ländern. In diesem Projekt werden Ansätze aus allen beteiligten Ländern auf ihre Beschäftigungswirkung hin untersucht. Prof. Poppinga wird hierzu erste Ergebnisse vorstellen.
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